So gelingt die Ausaat garantiert – Höchste Zeit für frische Blumen

By | Mai 13, 2015

Mehr Pflanzen fürs Geld und eine große Auswahl an Sorten: Das sind zwei gute Gründe, Blumen und Gemüse selbst zu säen. Der Aufwand ist gering, der Spaß am Ergebnis um so größer.

Die erfolgreiche Anzucht beginnt mit der Suche nach einem geeigneten Platz. Genauer, eigentlich zwei verschiedenen: einem warmen, nicht besonders hellen und einem kühlen, wo es möglichst hell ist. Samen keimen nämlich in warmem, feuchtem Boden (in der Regel 20° C bis 28° C) am besten, brauchen für die weitere Entwicklung aber viel Licht und einen kühleren Standort. Nur so werden die Sämlinge kräftig und widerstandsfähig. Zunächst können die Saatschalen also im Wohn-raum auf der Heizung aufgestellt werden, später in einem höchstens 15° C warmen Raum direkt am Fenster. Die Alternative ist eine Stellfläche unter einer Pflanzenleuchte (Leuchtstoffröhre) in der Garage oder im Keller.

Als Gefäß kommt alles in Frage, was den Wasserabzug ermöglicht. Neben speziellen Saatschalen aus stabilem Kunststoff auch die dünnen Schalen, in denen empfindliches Obst oder Salat verkauft werden oder Holzstiegen, die es im Supermarkt gratis gibt; sie werden mit mehreren Lagen Zeitungspapier ausgekleidet, damit die Erde nicht durch breiten Spalten im Boden rieselt. Für große Samen oder Pflanzen, die sich besser entwickeln, wenn die Entwicklung nicht durch Umsetzen unterbrochen wird, sind einzelne Torftöpfen, Topfplatten oder Torftabletten praktisch. Die preiswerte Alternative sind Eierpappen oder Töpfchen aus Zeitungspapier (siehe Zeichnung).

Ganz entscheidend ist das richtige Substrat: Aussaaterde ist locker und durchlässig, speichert Feuchtigkeit und enthält nur wenig Nährstoffe. Normale Blumenerde ist ungeeignet. Wenn keine Aussaaterde zu bekommen ist, muss sie im Verhältnis 1:1 mit grobem Sand gemischt werden, um sie abzumagern und durchlässiger zu machen.

Das Substrat wird 5 bis 10 cm hoch ins Gefäß gefüllt und angefeuchtet. Es darf nicht austrocknen, aber auch nicht nass sein, denn in nasser Erde bekommen die zarten Würzelchen zuwenig Sauerstoff und verfaulen. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht: Unter einer transparenten Abdeckung (Kunststoffhaube, Glasscheibe, Marmeladenglas) hält sich die Feuchtigkeit sehr lange konstant.

Beim Aussäen kommt es darauf an, die Samen so auf dem glattgestrichenen Substrat zu verteilen, dass sie nicht zu dicht liegen. Bei feinen Samen schneidet man die Tüte so auf, dass die Unterseite etwas übersteht und in der Mitte geknifft werden kann; so ist gut zu sehen, wie die Körnchen einzeln auf die Erde fallen. Sehr feine Samen vermischt man vor dem Säen mit Sand.

Die meisten Pflanzen keimen am besten, wenn sie auf dem Substrat liegen oder höchsten mit einer sehr dünnen Schicht Erde übersiebt werden. Viele Gärtner streuen auch eine dünne Schicht Sand auf, denn das reduziert die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen. Zum Schluss wird die Saat mit feiner Brause angegossen und mit der transparenten Haube abgedeckt.

Sobald die Sämlinge sich gegenseitig mit ihren Blättern berühren, müssen sie pikiert werden. Das heißt, sie werden mit einem Stäbchen aus dem Substrat gelöst und an einen neuen Platz gesetzt. Dabei reißt meist die Hauptwurzel am Ende ab. Das macht nichts, im Gegenteil: So wird die Bildung von Seitenwurzeln angeregt und es kann ein guter Wurzelballen entstehen.

Großes Bild

Die Saatschale wird zu eng: Wenn die Sämlinge einander berühren, werden sie vereinzelt (pikiert).

1    Auf glattgestrichener Aussaaterde werden die Samenkörner ausgestreut,…

2    … dann mit Erde oder Sand abgedeckt. Die Schicht soll höchstens die Dicke der Samen haben.

3    Mit einem Blumen-sprüher oder Spritzball wird die Saat vorsichtig angegossen.

4    Pikierte Sämlinge brauchen die gleichmäßige Feuchtigkeit unter der Haube, bis sie angewachsen sind.

Torftabletten für Einzelstücke
Gurken, Zucchini, Kürbisse und Wicken oder Kapuzinerkresse gedeihen besser, wenn sie von Anfang an einzeln gesetzt werden. Ideal dafür sind Torftabletten, aber auch Torftöpfchen, Eierpappen oder Töpfchen aus Zeitungspapier, die ganz durchwurzelt werden und später in der Erde verrotten. Wenn die Wurzeln nach außen durchwachsen, ist es Zeit für ein größeres Pflanzgefäß.

Gefäße seibermachen

Als Aussaatgefäße ohne Boden eignen sich die Papp-kerne von Toilettenpapier Sehr gut. Zylinder mit größerem Durchmesser lassen sich einfach aus Papier rollen. Sie werden stabil, wenn man oben und unten einen 2 cm breiten Streifen nach innen faltet. Die Gefäße werden dicht an dicht in eine Schale gestellt, mit einer Schicht Kies oder Blähton und anschließend Erde gefüllt. Wie bei Torftöpfen werden die Pflänzchen darin mit der Umhüllung umgesetzt.

 

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