Kunststoffe und Metalle auf Hochglanz poliert

By | April 13, 2015

Minimaler Materialabtrag durch den Einsatz feinster Schleifmittel führt zu einer makellos glänzenden Fläche.

Polieren ist die Fortsetzung des Schleifens mit feineren Mitteln, und zwar ab der Körnung 1200. In diesem Bereich arbeitet man nicht mehr mit Schleifmitteln, die aus einem Träger und aufgeklebter Körnung bestehen, sondern mit Wachs, in dem die Körnung gebunden ist. Mit Hilfe einer Polierscheibe (Schwabbelscheibe) wird diese Wachsmasse aufgetragen: Man drückt den Wachsriegel gegen die laufende Polierscheibe, das Wachs wird durch die Reibungswärme weich und überträgt sich – einschließlich des enthalten Poliermittels – auf die Scheibe. Jetzt presst man das Werkstück gegen die poliermittelgesättigte Mantelfläche der Scheibe; durch die dabei entstehende Wärme verflüssigt sich das Wachs und gibt die Polierkörner frei.

Die Schwabbelscheibe wird aus einem Baumwollgewebe ausgestanzt, das aus vielen Einzellagen vernäht ist. Mit Hilfe eines Gewindedorns kann die Scheibe in das Futter einer quer eingespannten Bohrmaschine gespannt werden.

Wie beim Schleifen erfolgt das Polieren in Stufen. Empfehlenswert ist es, dabei in drei Arbeitsgängen vorzugehen, jeweils mit einem feineren Polierwachs.

Polierbar sind alle geschlossenen Oberflächen an Metallen und harten Kunststoffen. Wenn sie mit 2K-Lacken behandelt und damit die Poren geschlossen wurden, lassen sich auch Oberflächen von Harthölzern polieren. Bei den Metallen kann man mit Druck polieren, bei Kunststoffen, die meist Thermoplaste sind, muss man vorsichtiger sein, damit die Reibungswärme nichts zerstört. Arbeitet man bei Acryl mit zu hohem Anduck, bekommt das Werkstück an den überhitzten Stellen kleine Bläschen, die nur sehr umständlich wieder herausgeschliffen werden können. Danach muss erneut poliert werden.

Polierwerkzeuge und Zubehör

Voraussetzung für maschinelles Polieren sind eine liegend festmontierte Bohrmaschine (A) sowie eine Schwabbelscheibe (B1). Schwabbelscheiben sind preiswert, deswegen sollte man für jedes Wachs eine eigene besitzen (B2). Zum Abtragen von Polierpaste oder Autopolitur benötigt man eine Weichschaumscheibe (C), zum Reinigen strukturierter Oberflächen eine Kordelbürste (D). Für den letzten Gang verwendet man feinstes Polierwachs (E) und eine dichte Filzscheibe (F).

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