Arbeiten mit Heißluft-Geräten. Wofür sie sich wirklich eignen.

By | Mai 13, 2015

Diese Geräte machen heiße Luft und sonst gar nichts. Das setzt ihnen Grenzen. Aber innerhalb dieser Grenzen lassen sich mit Heißluftpistolen die unterschiedlichste Probleme im Haus und in der Werkstatt lösen – von Wachs entfernen bis hin zu Lötarbeiten.

Heiße Luft kann viel mehr, als man bei flüchtiger Betrachtung glauben möchte. Wenn man aber bedenkt, dass diese Gebläse bis zu 650° C heiße Luft erzeugen können – ein Fön schafft kaum mehr als 60° C, ein Backofen 250° C – dann haben Sie eine Vorstellung von der Energie, die hier im Spiel ist.

Zunächst einmal: Arbeiten Sie mit langstieligen Schabern und Spachteln, um mit den Händen gar nicht erst in den Bereich der heißen Luft zu kommen. Tragen Sie aber trotzdem zur Sicherheit Arbeitshandschuhe. Sodann: Wählen Sie die Temperatur, die dem zu bearbeitenden Material angemessen ist. Kunststoffe zum Beispiel verformen sich bei Hitze, aber sie können auch schmelzen. Schließlich: Erst mit dem richtigen Zubehör – für jeden Einsatz die richtige Düse – geht die Arbeit mit der Pistole flott von der Hand.

ERWÄRMEN UND TROCKNEN

Ohne weitere Anzünder lässt sich die Grillkohle anzünden und mit dem Luftstrom am Glühen halten. Wenn der Rasenmäher aus dem kalten Winterquartier kommt, verhilft eine Warmluftdusche für Zündkerze und Motor zum schnellen Start. Warmes Wachs, ob für Skier oder Möbelpflege, verarbeitet sich sehr viel besser auf einer erwärmtem Fläche. Bei kleinen Ausbesserungen trocknet die Spachtelmasse – ob auf Holz, Metall oder an der Wand – schneller. Zweikomponentenkleber binden bei Wärme schneller ab, ihre Endfestigkeit wird erhöht. Plexiglas und andere Kunststoffe kann man über eine Form biegen, wenn sie vorsichtig mit der Pistole erwärmt werden. Eingefrorene Wasserhähne kann man mit heißer Luft auftauen. Vorher müssen Sie aber das Wasser abstellen, denn meist hat die Leitung durch den Frost einen Knacks abbekommen und dann ist der Klempner gefragt. Unkraut in Wegplatten und Mauerritzen können Sie mit mit heißer Luft ausbrennen.

LÖSEN UND TRENNEN

Styropor können Sie mit einem scharfen Messer schneiden, nur fliegen dann die Flocken durch die Werkstatt. Der Styroporschneider auf der Reduzierdüse geht wie Butter durch das Material und schließt durch den Schmelzprozess gleichzeitig die Kanten.
Alter Teppichboden mit Schaumrücken lässt sich meistens leicht lösen, nur dort, wo vorher Möbel standen und an den Durchgängen ist er sehr fest mit dem Boden verbunden. Mit heißer Luft lässt sich diese Verbindung leicht lösen.

Das große Foto im Hintergrund zeigt, wie man Farbe von Fensterrahmen entfernt. Die Glasschutzdüse verhindert das Erhitzen des Glases. Der Kitt im Fensterfalz löst sich auch leichter, wenn man ihn erwärmt. Beim Entfernen von Farbe müssen Sie darauf achten, dass kein brennbares Ma-terialt in der Nähe ist.

Mit der Reduzier- oder Punktdüse wird die Hitze gebündelt, es lassen sich so auch Lötstellen entlöten, zum Beispiel an Kupferrohren. Allerdings nicht punktgenau: Für Feinarbeit ist die Pistole ungeeignet.

Eine festsitzende Mutter wird mit der Punktdüse erhitzt, dehnt sich aus und lässt sich dann vom Gewinde abdrehen. Kantenumleimer sind meistens mit Schmelzkleber verarbeitet. Alte Umleimer kann man also leicht mit Heißluft lösen.

VERBINDEN UND SCHRUMPFEN

Beim Lötverbindungen kommt es darauf an, dass die Lötnaht erhitzt wird, so dass das Lötzinn auf ihr schmilzt. Die große Hitze erreicht man nur mit einer Reduzierdüse. Schrumpfschläuche gibt es in verschiedenen Durchmessern in unterschiedlichen Farben.

Damit kann man die–Enden von Elektrokabeln sichenruyid markieren.

Wer Kunststoffplatten – immer nur von gleicher Art – verbinden will, greift zu einem Schweißschuh mit röhrenförmiger Sohle. Die Röhre erhitzt gleichzeitig den eingefädelten Schweiß-„draht“ aus Kunststoff und die
Flanken der beiden Kunststoffplatten, die verbunden werden sollen. Alle drei beteiligten Teile gehen eine innige Verbindung ein, erkennbar an der Schweißnaht.

Beim Schweißen von Folien werden die Ränder mit der Flachdüse erhitzt, dadurch angelöst und dann mit der Andrückrolle zusammengepresst und fest verbunden. Mit dem Schweißspiegel kann man Schläuche und Kunststoffrohre stumpf verbinden. Durch Erwärmen lassen sich Kunststoff-
Wasserschläuche dehnen und leichter auf den Wasserhahn schieben. Nach dem Erkalten sitzen sie bombenfest.

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